Daten und Fakten der Löschgruppe Biemsen-Ahmsen
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Die Geschichte der Feuerwehr
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| Blättern wir ein wenig in der Ahmser Feuerwehrchronik:Wenn in alten Zeiten die Gebäude eines Hofes in Brand gerieten, waren die Löschversuche der herbeigeeilten Nachbarn meist vergebens. Auch als im 19. Jahrhundert in Salzuflen eine Spritze zur Verfügung stand, ging Hab und Gut zu oft verloren, denn ehe die Salzufler Spritzenmaanschaft durch einen Knecht zu Pferde alarmiert war und schließlich hier eintraf, war nichts mehr zu retten. Ein Großknecht richtete deshalb im Jahre 1815 an das »wohllöbliche« Amt Schötmar folgende Beschwerde:»Wenn eck jeudesmol no lufel rieen sinn, un de to tochange keumen, ehr Peer voe de Sprützen hedden un dann in Buimsen wörn, äok mett Galopp, sind seoviel Emmers do, ümme dat bieden äok näo uitteomaken, unn dä Kode liegt so be so ann Messe.«(Wenn ich jedesmal nach Salzuflen geritten war, und die da zugange kamen, ihre Pferde vor die Spritze zu spannen und dann mit Galopp in Ahmsen waren, sind so viel Eimer da, um das bißchen auch noch auszumachen, und dann ist sowieso nichts mehr zu retten.) |
| Es dauerte aber noch sechs Jahre, bis die »Hochfürstliche Regierung« in Detmold ein Einsehen hatte und den Beschluß faßte, durch das »wohllöbliche« Amt Schötmar in Biemsen eine Spritzenmannschaft aufzustellen und »dieselbe mit Geräten auszurüsten«.Der Bauer Colon Johann Stuckmann stellt das erforderliche Grundstück für das neue Spritzenhaus der Hochfürstlichen Regierung in Detmold zur Verfügung.Auch als Spritzenmeister wurde Stuckmann verpflichtet. Zum Dienst in seiner Spritzenmannschaft wurden 16 Männer befohlen, die Tag und Nacht in der Bauerschaft Biemsen erreichbar waren. Zum größten Teil waren es Kötter und Großknechte; heute würden wir diese erste Mannschaft als Pflichtwehr bezeichnen.Als nun das Spritzenhaus bezugsfertig war – es hatte 156 Reichsthaler und 21 Silbergroschen gekostet – verfügte die Regierung in Detmold: »Die Spritze von Schötmar wird der Spritzenmannschaft Biemsen zugeteilt, sowie 2 Schlaglaken, 3 Leitern, 5 Einreißhaken und 10 Feuereimer.« Auch auf den einzelnen Höfen und in den Kotten wurden Feuerlöschgeräte aufbewahrt. Im ganzen sollen es 10 Schlaghaken, 3 Leitern, 5 Einreißhaken und 10 Feuereimer gewesen sein.Was geschah nun, wenn ein Brand ausbrach? Reiter und Ausrufer alarmierten die gesamte Bauerschaft. Die Spritzenmannschaft begab sich sofort zum Spritzenhaus. Sämtliche Feuerlöschgeräte wurden zur Brandstelle gebracht. Alle erreichbaren Männer hatten sich dem Spritzenmeister zur Verfügung zu stellen. Die Pferde für die Spritze stellte der Spritzenmeister Stuckmann selbst. Gespannführer war sein Großknecht. Er hatte die Spritze, die Spritzenmannschaft und die Feuerlöschgeräte schnell, aber sicher an die Brandstelle zu bringen. |
| Laut Gesetz hatte seit 1892 der Gemeindevorsteher bei Aufräumarbejten nach Brandkatastrophen die Einwohner heranzuziehen und die Arbeit im Reihendienst zu organisieren. Pro Person wurden im Sommer 1,50 Mark, im Winter 1 Mark bezahlt.Für ein Pferdegespann mit Wagen gab es 10 Mark, für ein Kuhgespann die Hälfte. Über viele Jahre stellte die Spritzenmaanschaft ihre Schlagkraft unter Beweis, was der Colon Niemann (heute Blome) nach einem Brand auf seinem Hof im Jahre 1850 mit folgenden Worten bestätigte:»Wat es dat doch cheout, dat jetzt auk Buimsen ne Sprützen hätt, wui hedde kein Bedde, Disk un Steoul mer rett, vielmät neo den Oben, wo soll man dann wall Middag koken?« (Was ist das doch gut, daß jetzt auch Biemsen eine Spritze hat, wir hätten kein Bett, Tisch und Stuhl mehr gerettet, vielweniger den Ofen, wo sollte man dann Mittag kochen?)Folgen wir der Ahmser Feuerwehrchronik weiter, so ist für uns ein Brand erwähnenswert, der sich in der Nähe der Lockhauser Dorfgrenze in Heideloh zutrug. An einem Sonntagnachmittag im August 1853, als in dem Kotten des Meiers zu Biemsen bei Brockhorst alles in friedlicher Beschaulichkeit beisammen saß, schreckten prasselnde Flammen die Menschen plötzlich aus der Sonntagsruhe. Von Biemsen aus sah eine Magd eine dicke schwarze Rauchwolke aufsteigen und verständigte den Spritzenmeister. Das alte Haus war erst Tage vorher bis unter den First mit frischem Stroh vollgepackt worden und brannte sofort lichterloh. Bald brachen die Tragbalken unter der Last zusammen. Die Hausbewohner hatten den Brand zu spät bemerkt, und so war, als die Spritzenmannschaft kam, nicht mehr viel zu retten. Keine Petroleumlampe hatte gebrannt, denn es war noch heller Tag. Auch Feuer hatte man den ganzen Tag über nicht im Ofen gehabt, weil es sommerlich warm war. und es hatte auch keine warme Mahlzeit gegeben. »Wui hätt vo Middag bleos Plunnermelke gädden«, berichtete der alte Beckers. (Wir hatten zu Mittag bloß Plundermilch, saure, dicke Milch gegessen.)Schließlich erzählten die Kinder – und sie wollten es genau gesehen haben, daß sich der Knecht Friedrich Schweppe draußen hinter dem Stall seine Pfeife angesteckt und das Streichholz ins Stroh geworfen habe. Das sei aber noch nicht alles gewesen. Schließlich hätte er sogar das brennende Stroh mit einer Forke auf den Boden geworfen. Kurze Zeit später seien die Flammen aus dem Dach geschlagen. Als die Kinder ein zweites Mal verhört wurden, konnten sie nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob das Stroh gebrannt habe.Auch der Brand in den ersten Dezembertagen 1891 traf eine Familie in Ahmsen, und zwar den Zimmermeister Wöhler mit seinen Angehörigen. Wohnhaus und Werkstatt wurden ein Raub der Flammen. Die Spritzenmannschaft hatte zwar jetzt mehr Schläuche zur Verfügung als früher, aber noch immer mußte das Wasser in Ledereimern zum Spritzenkessel gebracht werden, und noch immer wurden viele Menschen benötigt, die sich in zwei langen Ketten aufstellten und die Eimer von Hand zu Hand – nicht selten über 100 m weit – weiterreichten.
Ein wenig Erleichterung kam erst im Jahre 1911, als die alte Kesseldruckspritze mit ihren 90 Jahren verbraucht war. Die Feuerwehr Biemsen-Ahmsen (der Name Ahmsen kam in der Namensgebung in diesem Jahre dazu) erhielt eine neue Spritze, die Zubringersaugkolben-druckspritze. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin saugte sie durch das manuelle Betätigen der Druckbäume das Wasser auf der einen Seite aus Teichen an und drückte es gleichzeitig durch die Schläuche zum Brandherd. |
| Unter seiner Führung fanden auch viele junge Ahmser den Weg zu den Brandbekämpfern. Die verjüngte Truppe hatte ihren ersten Großeinsatz am Abend des 16. Januar 1932 kurz vor20 Uhr. Ein siebzehnjähriger Bursche hatte wohl aus Bosheit eine Feuersbrunst entfacht. In Windeseile ging die Schreckensnachricht durchs Dorf: »Hörentrup brennt!«Die Handdruckspritze wurde sofort an den Feuerteich auf Hörentrup gefahren. Und es gelang, ein Fachwerkhaus vom Brandherd abzuriegeln. Inzwischen waren fünf Feuerspritzen ausBad Salzuflen, Schötmar, Herford und Lemgo eingetroffen. Ungefähr 120 Feuerwehrmänner kämpften gegen das Flammenmeer. Dennoch erfaßte das Feuer fast sämtliche Gebäude. Es herrschte größte Aufregung. Alles lief wild durcheinander. Eine Gutsarbeiterfamilie, die nur darauf bedacht war, alles Vieh zu retten, verlor ihr ganzes Hab und Gut. Am nächsten Tagbot sich ein Bild der Verwüstung.
Aber noch im gleichen Jahr wurde Gut Hörentrup wieder größer, schöner und moderner aufgebaut. |
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| Es waren nun schon einige Jahre seit der großen Brandkatastrophe auf Gut Hörentrup vergangen. Der zweite Weltkrieg war lange ausgebrochen. Aus der Pflichtfeuerwehr wurde 1941 die Freiwillige Feuerwehr aufgestellt. Wieder war ein Schritt getan. Ein weiterer Schritt in unserer Gemeinde erfolgte im März 1943 mit der Anschaffung einer Motorspritze. 300 m Schlauch, Zubehör und einem alten PKW als Zugfahrzeug. Die alte Handdruckspritze behielt aber ihren Stammplatz in Biemsen. Heinrich Büxten stellte seine Garage für die Unterbringung der neuen Geräte zur Verfügung. Hier war der zentralste Platz, um schnell zur Stelle zu sein. Ein Schlauchtrockenturm wurde an der Giebelwand gebaut. Die Männer wurden an den neuen Geräten ausgebildet und konnten dann bald mit den Nachbarwehren konkurrieren.In unserer Gemeinde hat man die Spritze während des ganzen Krieges nicht einzusetzen brauchen. Man half aber den Nachbargemeinden hei Feuern aufgrund von Luftangriffen auf Lockhausen und Herford. |
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| In den folgenden Jahren blieb unsere Gemeinde vom roten Hahn lange verschont.Ein Großeinsatz folgte erst wieder am 6. Januar 1964. Gegen 15.00 Uhr wurde im Spänebunker der MöbeltTirma Gebr. Koch ein Feuer bemerkt. Bei der Alarmierung ergaben sich große Probleme, da über Wochen hinaus die Sirene wegen Umbauarbeiten außer Betrieb war. Der Bürgermeister mußte seine Gemeindearbeiter per Fahrrad losschicken, um die Feuerwehrkameraden zusammenzurufen Erst nach l0-stündigem Einsatz konnte die Mannschaft den Einsatzort räumen.Noch im gleichen Jahr wurden im Ort 3 Sirenen installiert, die ständigen Überprüfungen unterliegen. Somit ist heutzutage eine Alarmierung durch defekte Sirenen nicht mehr gefährdet.Doch in den nächsten Jahren riefen sie die Kameraden nur zu Probealarmen zusammen.
1967 ging ein weiterer sehnlicher Wunsch unserer Löschgruppe in Erfüllung. Am 1. November gegen 11 .00 Uhr trafen sich Vertreter des Gemeinderates und die Feuerwehrkameraden zur feierlichen Ubergabe unseres neuen Löschgruppenfahrzeuges durch den damaligen Bürgermeister Jahns. Nachdem das Auto schon 10 Monate im Gerätehaus stand, wurde es nun auch offiziell in Dienst gestellt. Die Kameraden erlebten dadurch eine neue Motivation für die Zukunft. Die langen einsatzlosen Zeiten wurden durch Probeeinsätze, erfolgreiche Teilnahme an Leistungswettkämpfen und gemütlichen Treffen im »Vereinslokal« Ahmser Krug und in der Löwenburg ausgefüllt.[Bild nicht gefunden]Im Jahr 1968 traf die Löschgruppe ein großer Verlust. Am 10. Juli verstarb der älteste Feuerwehrkamerad und Ehrenoberbrandmeister Heinrich Dingersen im 86. Lebensjahr. Seit 1900 war er Mitglied der Ahmser Feuerwehr. 1948, als er Bürgermeister unserer Gemeinde wurde, warb er erfolgreich um Nachwuchs für unsere durch den Krieg geschwächte Wehr. Er unterstützte die Löschgruppe bis zu seinem Tod. Mit Ablauf des Jahres 1968 verlor die Ahmser Feuerwehr dann ihre Selbständigkeit. Sie wurde der Stadt Bad Salzuflen unterstellt und somit die Löschgruppe Biemsen-Ahmsen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen. So fuhr sie am 11. Mai 1969 ihren ersten kleinen Einsatz mit dem neuen Löschfahrzeug auf den Hof Kronshage nach Biemsen. Im Februar 1970 fuhr die Löschgruppe zu einem Hochwassereinsatz nach Bad Salzuflen. Es war der letzte Einsatz unter dem Löschgruppenführer Wilhelm Drechshage, der nach 10-jähriger Tätigkeit dieses Amt im Januar 1971 zur Verfügung stellte. Dank sei dem heute noch stets hilfsbereiten Alterskameraden für seine geleistete Arbeit auch hier noch einmal gesagt. |