Chronik

Daten und Fakten der Löschgruppe Biemsen-Ahmsen

Die Geschichte der Feuerwehr
Unterhalb des Hofes Stuckmann in Biemsen lag an der Straße nach Werl ein kleiner Fachwerkbau, unscheinbar und halb verfallen – und doch ein Stück Geschichte.Und wenn er nicht 1968 der neuen Straße hätte weichen müssen, wäre er noch heute zu besichtigen als Beweisstück der Feuerwehrgeschichte von Biemsen-Ahmsen und auch von Lockhausen. Denn der Bezirk der Biemser Spritzenmannschaft umfaßte dieBauernschaften Biemsen-Ahmsen,Werl-Aspe sowie Lockhausen mit Kriegerheide und Sudheide. b1_spritzenhaus1821
Blättern wir ein wenig in der Ahmser Feuerwehrchronik:Wenn in alten Zeiten die Gebäude eines Hofes in Brand gerieten, waren die Löschversuche der herbeigeeilten Nachbarn meist vergebens. Auch als im 19. Jahrhundert in Salzuflen eine Spritze zur Verfügung stand, ging Hab und Gut zu oft verloren, denn ehe die Salzufler Spritzenmaanschaft durch einen Knecht zu Pferde alarmiert war und schließlich hier eintraf, war nichts mehr zu retten. Ein Großknecht richtete deshalb im Jahre 1815 an das »wohllöbliche« Amt Schötmar folgende Beschwerde:»Wenn eck jeudesmol no lufel rieen sinn, un de to tochange keumen, ehr Peer voe de Sprützen hedden un dann in Buimsen wörn, äok mett Galopp, sind seoviel Emmers do, ümme dat bieden äok näo uitteomaken, unn dä Kode liegt so be so ann Messe.«(Wenn ich jedesmal nach Salzuflen geritten war, und die da zugange kamen, ihre Pferde vor die Spritze zu spannen und dann mit Galopp in Ahmsen waren, sind so viel Eimer da, um das bißchen auch noch auszumachen, und dann ist sowieso nichts mehr zu retten.)
Es dauerte aber noch sechs Jahre, bis die »Hochfürstliche Regierung« in Detmold ein Einsehen hatte und den Beschluß faßte, durch das »wohllöbliche« Amt Schötmar in Biemsen eine Spritzenmannschaft aufzustellen und »dieselbe mit Geräten auszurüsten«.Der Bauer Colon Johann Stuckmann stellt das erforderliche Grundstück für das neue Spritzenhaus der Hochfürstlichen Regierung in Detmold zur Verfügung.Auch als Spritzenmeister wurde Stuckmann verpflichtet. Zum Dienst in seiner Spritzenmannschaft wurden 16 Männer befohlen, die Tag und Nacht in der Bauerschaft Biemsen erreichbar waren. Zum größten Teil waren es Kötter und Großknechte; heute würden wir diese erste Mannschaft als Pflichtwehr bezeichnen.Als nun das Spritzenhaus bezugsfertig war – es hatte 156 Reichsthaler und 21 Silbergroschen gekostet – verfügte die Regierung in Detmold: »Die Spritze von Schötmar wird der Spritzenmannschaft Biemsen zugeteilt, sowie 2 Schlaglaken, 3 Leitern, 5 Einreißhaken und 10 Feuereimer.« Auch auf den einzelnen Höfen und in den Kotten wurden Feuerlöschgeräte aufbewahrt. Im ganzen sollen es 10 Schlaghaken, 3 Leitern, 5 Einreißhaken und 10 Feuereimer gewesen sein.Was geschah nun, wenn ein Brand ausbrach? Reiter und Ausrufer alarmierten die gesamte Bauerschaft. Die Spritzenmannschaft begab sich sofort zum Spritzenhaus. Sämtliche Feuerlöschgeräte wurden zur Brandstelle gebracht. Alle erreichbaren Männer hatten sich dem Spritzenmeister zur Verfügung zu stellen. Die Pferde für die Spritze stellte der Spritzenmeister Stuckmann selbst. Gespannführer war sein Großknecht. Er hatte die Spritze, die Spritzenmannschaft und die Feuerlöschgeräte schnell, aber sicher an die Brandstelle zu bringen.
Während noch die Spritze in Stellung gebracht wurde, ließ der Spritzenmeister schon eine doppelte Eimerkette bilden. Man kann sich leicht vorstellen, daß dabei jeder Erwachsene der näheren Umgebung gebraucht wurde. Niemand wagte es, sich auszuschließen, denn wie schnell war es möglich, daß auch bei ihm der rote Hahn auf dem Dach saß. Außerdem mußte man mit einer empfindlichen Strafe rechnen. Die vollen Eimer wanderten in einer Reihe von Hand zu Hand bis zur Spritze, wurden in den Spritzenkessel geleert und gingen leerin der anderen Richtung b2_resize_of_altespritze
wieder zur Wasserstelle, zu einem Brunnen oder einem Teich, zurück.Die Druckspritze war schon ein Fortschritt. Je sechs Mann mußten zu beiden Seiten der Spritze alle Kräfte aufbieten, um die Druckbäume auf und ab zu bewegen. Dadurch wurde das Wasser von Kolben in die beiden Strahlrohre gepreßt, die zum Brandherd führten. Kräftige Männer aus der Eimerkette lösten nach einer halben Stunde die erschöpfte Pumpmannschaft ab.Jeden Monat einmal kam die Spritzenmannschaft zu einer Pflichtübung zusammen, für die sie von der Regierung entlohnt wurde. Bei einer Nachschau sprach sich der Regierungsvertreter lobend über die gute Pflege der Gerätschaften aus. Auch die gewissenhafte Durchführung der Übung wurde als vorbildlich bezeichnet.Die Anordnungen der Regierung zur Feuerverhütung wurden von Feuerherren überwacht. Nur ehrenwerte Männer, zum Teil Angehörige der Biemser Spritzenmannschaft, wurden zu diesem Dienst herangezogen und erhielten dafür pro Rundgang 1,50 Mark. Alten Lockhauser Gemeindeprotokollen ist zu entnehmen, daß sie kontrollieren mußten, ob Feuerhaken und Feuereimer vorhanden waren, ob die Lampe in Ordnung war, ob die Sturmlaterne, die im Stall gebraucht wurde, mit Glas versehen war. Hausbesitzer mit geraden Hausnummern mußten einen Feuerhaken und Hausbesitzer mit ungeraden Hausnummern einen ledernen Feuereimer bereithalten.
Laut Gesetz hatte seit 1892 der Gemeindevorsteher bei Aufräumarbejten nach Brandkatastrophen die Einwohner heranzuziehen und die Arbeit im Reihendienst zu organisieren. Pro Person wurden im Sommer 1,50 Mark, im Winter 1 Mark bezahlt.Für ein Pferdegespann mit Wagen gab es 10 Mark, für ein Kuhgespann die Hälfte. Über viele Jahre stellte die Spritzenmaanschaft ihre Schlagkraft unter Beweis, was der Colon Niemann (heute Blome) nach einem Brand auf seinem Hof im Jahre 1850 mit folgenden Worten bestätigte:»Wat es dat doch cheout, dat jetzt auk Buimsen ne Sprützen hätt, wui hedde kein Bedde, Disk un Steoul mer rett, vielmät neo den Oben, wo soll man dann wall Middag koken?« (Was ist das doch gut, daß jetzt auch Biemsen eine Spritze hat, wir hätten kein Bett, Tisch und Stuhl mehr gerettet, vielweniger den Ofen, wo sollte man dann Mittag kochen?)Folgen wir der Ahmser Feuerwehrchronik weiter, so ist für uns ein Brand erwähnenswert, der sich in der Nähe der Lockhauser Dorfgrenze in Heideloh zutrug. An einem Sonntagnachmittag im August 1853, als in dem Kotten des Meiers zu Biemsen bei Brockhorst alles in friedlicher Beschaulichkeit beisammen saß, schreckten prasselnde Flammen die Menschen plötzlich aus der Sonntagsruhe. Von Biemsen aus sah eine Magd eine dicke schwarze Rauchwolke aufsteigen und verständigte den Spritzenmeister. Das alte Haus war erst Tage vorher bis unter den First mit frischem Stroh vollgepackt worden und brannte sofort lichterloh. Bald brachen die Tragbalken unter der Last zusammen. Die Hausbewohner hatten den Brand zu spät bemerkt, und so war, als die Spritzenmannschaft kam, nicht mehr viel zu retten. Keine Petroleumlampe hatte gebrannt, denn es war noch heller Tag. Auch Feuer hatte man den ganzen Tag über nicht im Ofen gehabt, weil es sommerlich warm war. und es hatte auch keine warme Mahlzeit gegeben. »Wui hätt vo Middag bleos Plunnermelke gädden«, berichtete der alte Beckers. (Wir hatten zu Mittag bloß Plundermilch, saure, dicke Milch gegessen.)Schließlich erzählten die Kinder – und sie wollten es genau gesehen haben, daß sich der Knecht Friedrich Schweppe draußen hinter dem Stall seine Pfeife angesteckt und das Streichholz ins Stroh geworfen habe. Das sei aber noch nicht alles gewesen. Schließlich hätte er sogar das brennende Stroh mit einer Forke auf den Boden geworfen. Kurze Zeit später seien die Flammen aus dem Dach geschlagen. Als die Kinder ein zweites Mal verhört wurden, konnten sie nicht mehr mit Bestimmtheit sagen, ob das Stroh gebrannt habe.Auch der Brand in den ersten Dezembertagen 1891 traf eine Familie in Ahmsen, und zwar den Zimmermeister Wöhler mit seinen Angehörigen. Wohnhaus und Werkstatt wurden ein Raub der Flammen. Die Spritzenmannschaft hatte zwar jetzt mehr Schläuche zur Verfügung als früher, aber noch immer mußte das Wasser in Ledereimern zum Spritzenkessel gebracht werden, und noch immer wurden viele Menschen benötigt, die sich in zwei langen Ketten aufstellten und die Eimer von Hand zu Hand – nicht selten über 100 m weit – weiterreichten.

Ein wenig Erleichterung kam erst im Jahre 1911, als die alte Kesseldruckspritze mit ihren 90 Jahren verbraucht war. Die Feuerwehr Biemsen-Ahmsen (der Name Ahmsen kam in der Namensgebung in diesem Jahre dazu) erhielt eine neue Spritze, die Zubringersaugkolben-druckspritze. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin saugte sie durch das manuelle Betätigen der Druckbäume das Wasser auf der einen Seite aus Teichen an und drückte es gleichzeitig durch die Schläuche zum Brandherd.

Den ersten Einsatz erlebte sie unter dem damaligen Spritzenmeister GustavSprick. Neugierige Zuschauer, die den Erfolg der Spritze miterleben wollten, meinten, so weit reiche die Spritze aber auch nicht. Günter Sprick, der das gehört hat, erzählte es seinen Leuten. Der Ehrgeiz packte die Kameraden und Schaulustige hatten Mühe, rechtzeitig wegzulaufen, um nicht naßgespritzt zu werden. Der Spritzenmeister sagte zu den davoneilenden Leuten: »Wiet jui niu wie wuit iuse Sprützen geuht?« (Weißt du nun, wie weit unsere Spritze geht!)1929 übernahm August Tasche die Nachfolge von Günter Sprick. August Tasche führte die Feuerwehr bis 1950. b3_sprick
Unter seiner Führung fanden auch viele junge Ahmser den Weg zu den Brandbekämpfern. Die verjüngte Truppe hatte ihren ersten Großeinsatz am Abend des 16. Januar 1932 kurz vor20 Uhr. Ein siebzehnjähriger Bursche hatte wohl aus Bosheit eine Feuersbrunst entfacht. In Windeseile ging die Schreckensnachricht durchs Dorf: »Hörentrup brennt!«Die Handdruckspritze wurde sofort an den Feuerteich auf Hörentrup gefahren. Und es gelang, ein Fachwerkhaus vom Brandherd abzuriegeln. Inzwischen waren fünf Feuerspritzen ausBad Salzuflen, Schötmar, Herford und Lemgo eingetroffen. Ungefähr 120 Feuerwehrmänner kämpften gegen das Flammenmeer. Dennoch erfaßte das Feuer fast sämtliche Gebäude. Es herrschte größte Aufregung. Alles lief wild durcheinander. Eine Gutsarbeiterfamilie, die nur darauf bedacht war, alles Vieh zu retten, verlor ihr ganzes Hab und Gut. Am nächsten Tagbot sich ein Bild der Verwüstung.

Aber noch im gleichen Jahr wurde Gut Hörentrup wieder größer, schöner und moderner aufgebaut.

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Es waren nun schon einige Jahre seit der großen Brandkatastrophe auf Gut Hörentrup vergangen. Der zweite Weltkrieg war lange ausgebrochen. Aus der Pflichtfeuerwehr wurde 1941 die Freiwillige Feuerwehr aufgestellt. Wieder war ein Schritt getan. Ein weiterer Schritt in unserer Gemeinde erfolgte im März 1943 mit der Anschaffung einer Motorspritze. 300 m Schlauch, Zubehör und einem alten PKW als Zugfahrzeug. Die alte Handdruckspritze behielt aber ihren Stammplatz in Biemsen. Heinrich Büxten stellte seine Garage für die Unterbringung der neuen Geräte zur Verfügung. Hier war der zentralste Platz, um schnell zur Stelle zu sein. Ein Schlauchtrockenturm wurde an der Giebelwand gebaut. Die Männer wurden an den neuen Geräten ausgebildet und konnten dann bald mit den Nachbarwehren konkurrieren.In unserer Gemeinde hat man die Spritze während des ganzen Krieges nicht einzusetzen brauchen. Man half aber den Nachbargemeinden hei Feuern aufgrund von Luftangriffen auf Lockhausen und Herford.
Im Jahre 1949 wurde dann das 1. Feuerwehrfest beim Gastwirt Schlichting in Ahmsen gefeiert. Die Bevölkerungschmückte das Dorf festlich und zeigte hierdurch die Verbundenheit mit ihrer Wehr. Es wurde ein voller Erfolg. von dessen Überschuß Gummistiefel und Schutzbekleidung angeschafft wurde.Diese fanden beim Großeinsatz am 17. Februar 1950 gegen23.30 Uhr bei der Möbelfabrik Eickhoff ihren Einsatz. Unter Mithilfe der befreundeten Löschgruppe aus Bad Salzuflen gelang es, wenigstens das Wohnhaus, einen Holzschuppen und gelagerte Holzvorräte zu retten. b6_augusttasche
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b9_woehhler Im Jahr 1950 übernahm der Kamerad Wilhelm Wöhler das Amt des verschiedenen August Tasche. Auch in diesem Jahr baute sich die Wehr weiter auf. Die Kameraden besuchten Fortbildungslehrgänge in Warendorf. Es wurden neue Gerätschaften besorgt und der alte PKW – dank der guten Pflege noch (fast) immer fahrtüchtig – wurde mit einem Gepäckhalter versehen. 1952 jedoch versagte dieser Oldtimer endgültig. So mussten die Wehrmänner zu einem Einsatz nach Büxten mit dem Trecker fahren.Der Gemeinderat beschloß, einen gebrauchten 1,5 t Opel für4000,- DM zu kaufen. Da es sich um einen Pritschenwagen handelte, wurde er mit viel Mühe der aktiven Mitglieder zu einem einsatzfähigen Feuerwehrfahrzeug umgebaut.Er war nach einigen Monaten mit Blaulicht, Scheinwerfern, Martinshorn und Bänken ausgestattet. Im Jahr 1957 wurde auch endlich eine Plane vom Gemeinderat bewilligt,
damit die Kameraden bei Einsatzfahrten im Winter nicht mehr im Freien saßen.1953 wurde auch die erste Sirene auf dem Dach des Gasthofes Schlichting installiert.Somit wurde die Alarmierung weiter verbessert, um schneller zum Einsatzort zu gelangen.Doch auch die Schnelligkeit bei den Eisätzen zeichnete schon damals unsere Löschgruppe aus. b10_artikel

1957 beantragte man erstmals beim damaligen Bürgermeister Jahns das dringend benötigte Gerätehaus. Eine Erfüllung dieses Wunsches erfolgte aber vorerst nicht. Damals zeigte man seitens der Gemeindekasse leider insgesamt wenig Wohlwollen gegenüber den Männern in Blau. Als jedoch der alte Pritschenwagen nicht mehr fahrtüchtig war, schrieb Löschgruppenführer Wilhelm Wöhler an die Gemeindevertretung, daß der Feuerschutz nicht mehr gesichert sei. Nach langer Zeit entschloß man sich im Gemeinderat zum Kauf eines neuen Motors und zur Überholung des Fahrzeuges.

Wie notwendig die einsatzbereitschaft der Wehr ist, bewies sich schon im Januar 1958, als der Edelhof abbrannte.

Man sah sich danach auch veranlasst, eine neue Kübelspritze und Frischluftgeräte zu beschaffen.

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Die neuen Geräte wurden schon am 3. Februar 1959 beim Großbrand auf dem Hof Tasche eingesetzt. b14_artikeltaschehof
Als der Kamerad Wilhelm Wöhler zum Kreisbrandmeister ernannt wurde, übernahm Wilhelm Drechshage die Aufgabe als Löschgruppenführer.Wilhelm Wöhler ist auch heute noch für die jungen Kameraden ein Vorbild an Einsatzfreude und Disziplin im Dienst. b15_drechshage
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In den folgenden Jahren blieb unsere Gemeinde vom roten Hahn lange verschont.Ein Großeinsatz folgte erst wieder am 6. Januar 1964. Gegen 15.00 Uhr wurde im Spänebunker der MöbeltTirma Gebr. Koch ein Feuer bemerkt. Bei der Alarmierung ergaben sich große Probleme, da über Wochen hinaus die Sirene wegen Umbauarbeiten außer Betrieb war. Der Bürgermeister mußte seine Gemeindearbeiter per Fahrrad losschicken, um die Feuerwehrkameraden zusammenzurufen Erst nach l0-stündigem Einsatz konnte die Mannschaft den Einsatzort räumen.Noch im gleichen Jahr wurden im Ort 3 Sirenen installiert, die ständigen Überprüfungen unterliegen. Somit ist heutzutage eine Alarmierung durch defekte Sirenen nicht mehr gefährdet.Doch in den nächsten Jahren riefen sie die Kameraden nur zu Probealarmen zusammen.

1967 ging ein weiterer sehnlicher Wunsch unserer Löschgruppe in Erfüllung. Am 1. November gegen 11 .00 Uhr trafen sich Vertreter des Gemeinderates und die Feuerwehrkameraden zur feierlichen Ubergabe unseres neuen Löschgruppenfahrzeuges durch den damaligen Bürgermeister Jahns. Nachdem das Auto schon 10 Monate im Gerätehaus stand, wurde es nun auch offiziell in Dienst gestellt. Die Kameraden erlebten dadurch eine neue Motivation für die Zukunft. Die langen einsatzlosen Zeiten wurden durch Probeeinsätze, erfolgreiche Teilnahme

an Leistungswettkämpfen und gemütlichen Treffen im »Vereinslokal« Ahmser Krug und in der Löwenburg ausgefüllt.[Bild nicht gefunden]Im Jahr 1968 traf die Löschgruppe ein großer Verlust. Am 10. Juli verstarb der älteste Feuerwehrkamerad und Ehrenoberbrandmeister Heinrich Dingersen im 86. Lebensjahr.

Seit 1900 war er Mitglied der Ahmser Feuerwehr. 1948, als er Bürgermeister unserer Gemeinde wurde, warb er erfolgreich um Nachwuchs für unsere durch den Krieg geschwächte Wehr. Er unterstützte die Löschgruppe bis zu seinem Tod.

Mit Ablauf des Jahres 1968 verlor die Ahmser Feuerwehr dann ihre Selbständigkeit. Sie wurde der Stadt Bad Salzuflen unterstellt und somit die Löschgruppe Biemsen-Ahmsen der Freiwilligen Feuerwehr Bad Salzuflen.

So fuhr sie am 11. Mai 1969 ihren ersten kleinen Einsatz mit dem neuen Löschfahrzeug auf den Hof Kronshage nach Biemsen.

Im Februar 1970 fuhr die Löschgruppe zu einem Hochwassereinsatz nach Bad Salzuflen. Es war der letzte Einsatz unter dem Löschgruppenführer Wilhelm Drechshage, der nach 10-jähriger Tätigkeit dieses Amt im Januar 1971 zur Verfügung stellte.

Dank sei dem heute noch stets hilfsbereiten Alterskameraden für seine geleistete Arbeit auch hier noch einmal gesagt.

Auf der Jahreshauptversammlung 1971 wurde Hans-Dieter Polzinski zum neuen Löschgruppenführer gewählt.Seine erste Bewährungsprobe als Leiter der Ahmser Löschgruppe bestand er am 23. 4. 1971 bei einem kleineren Brand auf dem Gelände des ehemaligen Edelhofes am heutigen Schmalen Weg. b19_polzinski
b20_artikelsorge Diese Sorgen währten noch einige Zeit, doch seit 1975 kann ein stetiger Zuwachs aus den jungen Kreisen der Bevölkerung verzeichnet werden. Neben dem Zuwachs junger Feuerwehrmänner erfolgte auch eine Aufstockung der technischen und persönlichen Ausrüstung.So erhielten wir 1980 von der Stadt Bad Salzuflen einen Anhänger. Unter der Anleitung von Hans-Dieter Polzinski, der seit 1975 als hauptamtlicher Feuerwehrmann bei der Feuerwache in Schötmar seinen Dienst versieht, wurde der Anhänger von auf der Feuerwache Tätigen und von Ahmser Kameraden mit viel Zeitaufwand zu einem Rüstanhänger umgebaut. Somit ist die Löschgruppe auch für technische Hilfeleistungen und für Einsätze bei Unfällen auf der Autobahn gerüstet. b21_ruestanhaenger Bislang mußte diese Ausrüstung zum Glück nur selten im Ernstfall benutzt werden.Doch Brandeinsätze nahmen leider wieder zu. 1980 und 1981 waren es im Ganzen 14 Brände, zu denen wir durch den Bestand der Großgemeinde auch in andere Ortsteile gerufen wurden.

Bedingt durch die moderne Technik und die damit verbundenen gefährlichen Einsätze ist es notwendig, daß die Aus- und Weiterbildung intensiv durchgeführt werden muss.

Alle Kameraden haben heute Grund-, Fortbildungs- und Wiederholungslehrgänge besucht. Eine besondere Ausbildung obliegt der Ausbildung mit umluftunabhängigen Atemschutzgeräten. Kaum ein Brand, noch ein Einsatz bei auslaufenden Chemikalien, kann ohne Verwendung dieser Schutzmasken durchgeführt werden. Diese Ausbildung findet überwiegend in speziellen Räumen der Kreisschlauchpflegerei in Lemgo statt.

Auch auf die Ausbildung in der »Ersten Hilfe« kann nicht verzichtet werden. Im Februar 1982 nahm die gesamte Löschgruppe mit Ehefrauen und Verlobten an einem Erste-Hilfe-Lehrgang des Deutschen Roten Kreuzes teil, um auch die persönliche Hilfeleistung für den Ernstfall zu proben.Nach langen Jahren veranstaltete die Löschgruppe 1984 wieder eine Leistungsschau beim

»Tag der offenen Tür«. Die Bevölkerung konnte sich hierbei in der richtigen Handhabung von Feuerlöschern am »brennenden Objekt« üben. Diese Art der Darstellung findet seit 1985 im Rahmen des Dorfgemeinschaftsfestes statt.Die Verbundenheit zur Bevölkerung wird bei uns groß geschrieben. Hiervon zeugt unter anderem schon das traditionelle Osterfeuer in Zusammenarbeit mit dem Ahmser Männerchor, die Teilnahme beim jährlichen Wettkampf »Spiel ohne Grenzen« in Lockhausen, Fußballfreundschaftsspiele mit der Freiwilligen Feuerwehr Elverdissen und vieles mehr.

Wir wollen mit dazu beitragen,daß es in Biemsen-Ahmsen demnächst wieder heißt:

»Wir haben zwar mehrere Vereine, aber wir sind eine große Gemeinschaft».

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Nicht nur bei Bränden und Unglücksfällen ist die Feuerwehr zur Stelle. Auch wenn es heißt «Unser Dorf soll schöner werden« oder die Stadt ruft zur »Stadtreinigung« auf, sind wir dabei, Waldbereiche, Gräben, Böschungen und andere Anlagen von Müll und Unrat zu befreien.

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Nach 15jähriger Amtszeit von Hans-Dieter Polzinski übernahm 1986 Thomas Ortmann das Amt des Löschgruppenführers.

Thomas Ortmann entstammt einer alten Feuerwehrfamilie. Schon sein Urgroßvater, bekannt unter dem Namen »Bart-Ortmann«, gehörte derAhmser Feuerwehr an. Die Tradition setzte sich fort und sein Vater Günter, sein Bruder Joachim sowie sein Onkel Walter sind heute ebenfalls aktive Mitglieder der Ahmser Löschgruppe unter Thomas` Leitung. Unter seiner Führung besteht die Löschgruppe heute aus 23 aktiven und 14 passiven Mitgliedern, die die Ahmser Bevölkerung beim Kampf gegen den roten Hahn verteidigen. Wir hoffen auch für die Zukunft, daß immerjunger Männer und Frauen bereit sein werden, den Dienst in der Feiwilligen Feuerwehr auszuüben, zum Wohl unserer Mitbürger.

Der Brandschutz in Ahmsen ist ein Stück Geschichte. Daran soll die Fahne der Löschgruppeerinnern, die 1987 offiziell vorgestellt wurde.
DIE FEUERWEHREN

In den letzten Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der Einsätze von der Brandbekämpfung

auf Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen, Bekämpfung umweltgefährdender Stoffe und

Güter, Hochwasser und die Beseitigung von Sturmschäden. Neben ihren selbstlosen Einsätzen und Übungen sind die Wehrmänner auch oft zu gemeinsamen Festen, Fahrten und Familienfeiern beisammen, um die Kameradschaft untereinander zu festigen.

Getreu dem Motto »Gott zur Ehr – dem Nächsten zu Wehr« versehen wir unseren freiwilligen Dienst und blicken stolz zurück.

Mein Dank für die Mithilfe zu dieser Chronik gilt dem

Alterskameraden Helmut Walthemathe, ohne dessen Unterlagen

eine solche Darstellung nicht möglich gewesen wäre.

Jürgen Juring

löschen – bergen – retten – schützen

 

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